Die Situation von Kindern heute

Wir erleben, dass sich die Kindheit und die Struktur von Familien in unserer Gesellschaft stark verändert haben. Aufgrund der veränderten sozialen Gegebenheiten (z.B. die wirtschaftliche Situation von Familien, Mehrfachbelastung von Frauen, durch Beruf und Familie, lange Anfahrtswege zur Arbeit, alleinerziehende Eltern usw.) verbringen Kinder immer weniger Zeit mit bzw. bei ihren Eltern und immer mehr Zeit in der Kindertagesstätte.

Häufig ergibt sich daraus, dass Eltern versuchen, ihren Kindern in der wenig verbleiben- den Zeit umso mehr Entwicklungsförderung zu bieten, und sie durch besonders starke Fürsorge und materielle Dinge zu entschädigen.

Andere Eltern sind gefangen in ihren Lebenssituationen, haben z. B. keine Möglichkeit in eine aktive Arbeitswelt zu gelangen und resignieren an der Abhängigkeit vom Staat, fallen in eine soziale Armut, ohne Werte und Zukunftsperspektive. Das breite Angebot an Technik, das in die Familien strömt, nimmt Eltern und Kindern die Möglichkeit zum gemeinsamen Spiel, zur Bewegung und zur Kommunikation. Ferner ist die Reizüberflutung für Kinder unerträglich. Sie verlieren den Bezug zur Realität, zur freien Bewegung und zum fantasievollen Spiel. Sprach- und Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten und eine Vielzahl von Ängsten sind die Folge.