Kindgemäße Pädagogik

In unserer Einrichtung haben wir uns für das „offenen Prinzip“ als Erziehungsgrundlage entschieden. So haben die Kinder die Möglichkeit, sich nach ihren Bedürfnissen selbst zu entscheiden, wie sie den Kindergartenalltag gestalten. Durch die Tagesstruktur und durch kindgerechte Regeln geben wir ihnen ein Gerüst, das ihnen hilft, sich zu orientieren. Wir wissen, dass Kinder sich nur gesund entwickeln, wenn ihnen eine Form des Lernens ermöglicht wird, die nicht nur abstraktes „fertiges“ Wissen vermittelt, sondern möglichst viele Bereiche der kindlichen Persönlichkeit anspricht. Sie erlaubt ihnen, eigene unmittelbare Erfahrungen zu machen und diese für sich auszuwerten, um Verhaltensmuster fürs Leben zu lernen. Das Tempo der Entwicklung bestimmen die Kin- der überwiegend selbst. Die Erzieherin achtet durch gezielte Beobachtung darauf, wenn ein Kind bei seiner Entwicklung besondere Förde- rung und Hilfen benötigt und berät die Eltern auf der Suche nach Hilfsangeboten.

Die kindgemäße Form des Lernens ist das Spiel.

Hierbei steht nicht im Vordergrund, dass Kinder bestimmte Lernerfolge verzeichnen können, sondern es wird ihnen der Freiraum geboten, die Zeit und die Möglichkeit, ihre vielfältigen Erfahrungen im Spiel zu machen, Eindrücke zu verarbeiten und Erlebnisse zu bewältigen. Das Miteinander im Kindergartenalltag unterscheidet hierbei Freispiel, angeleitetes Spiel und gezielte Angebote. Alle drei Formen gehen im täglichen Miteinander ineinander über.

Im Freispiel entscheidet das Kind selbst, was, mit wem und wie lange es mit einer Sache spielen möchte. Als Vorgabe gibt es hier die Gestaltung und die Regeln eines Raumes, die für ein geschütztes Miteinander notwendig sind.

Beim angeleiteten Spiel und den Angeboten gibt die Erzieherin gezielt vor, was gespielt wird. Sie bestimmt, im Einklang mit den Kindern, die Regeln und sucht das Spiel aus. Geleitet wird sie hierbei von ihren Beobachtungen der Kinder, den Aussagen des Leitbildes und den Vorgaben durch den Niedersächsischen Orientierungs- plan (NOP).

Wir fordern Kinder dazu auf, ihre Umwelt neu- gierig und selbständig zu erforschen, und sie mit allen Sinnen zu begreifen. Wir bieten ihnen die unterschiedlichsten Werkstoffe und Materialien an und ermutigen sie, fantasievoll und kreativ damit umzugehen.

Dabei verzichten wir auf vorgegebene Muster, die nachgearbeitet werden, sondern lassen die Kinder selbstständig probieren, um so die Feinmotorik zu fördern. Durch vielfältige Möglichkeiten der Körperwahrnehmung und Sinnesschulung unterstützen wir die körperliche Entwicklung des Kindes und die Bildung eines gesunden Selbstvertrauens.

Beim Toben, Klettern, Plantschen und Matschen, aber auch in meditativen Übungen, wie Rhythmik-, Musik- und Sportangeboten erproben und erweitern Kinder ihre Geschicklichkeit und Ausdauer und erfahren ihre eigenen Grenzen.

Auch alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik und die Zusammenarbeit mit der Familie findet sich in der Gemeinschaft der Gruppe, des gesamten Kindergartens wie- der. In der Gemeinschaft der Gruppe und des gesamten Kindergartens üben sich die Kinder im sozialen Umgang mit anderen Menschen. Sie lernen ihre eigenen Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und werden von uns darin unterstützt, eigene Ausdrucksformen zu finden. Sie erfahren, dass die Erzieherin sie hierbei ernst und wichtig nimmt. An diesem Vorbild lernen sie sich und auch andere Kinder und Erwachsene mit ihren Empfindungen und Rechten wahrzunehmen und im Umgang mit ihnen, Rücksicht, Kooperationsbereitschaft, Kompromissbereitschaft und Hilfsbereitschaft zu entwickeln.