Das Raumkonzept

Kinder wollen sich bewegen, sie sollen mit allen Sinnen lernen, forschen und experimentieren können. Darüber hinaus brauchen sie Ruheräume und Platz für Kleingruppenaktivitäten. Rückzugsräume sollen den Kindern das Spielen, frei von dem Blick Erwachsener, er- möglichen.

Räume sollen Geborgenheit vermitteln, wohnlich sein und eine gemütliche Atmosphäre aus- strahlen. Wir als evangelische Kindertageseinrichtung, mit dem Ansatz der „offenen Arbeit“, sehen unsere Aufgaben unter anderem dar- in, den Selbstbildungsprozess von Kindern zu unterstützen, indem wir ihnen entsprechende Räume zur Verfügung stellen. Die Raumgestaltung soll alle Sinne der Kinder ansprechen und darüber hinaus, den Rahmen zur Entwicklung befriedigender sozialer Beziehungen bieten. Wir möchten den Kindern, durch eine ästhetische Umgebung, die Möglichkeit geben, sich sensibel mit sich, den Anderen und den Dingen zu beschäftigen.

Kinder genießen es ungestört, aber nicht isoliert zu sein. Deshalb schaffen wir Rückzugsmöglichkeiten. Holzwände haben, beispielsweise, Löcher zum Durchschauen. Der Einbau verschiedener ästhetischer Materialien, wie z.B. Kork, Sisal, ermöglicht eine Differenzierung der Sinne.

Da wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Möglichkeit zu vielfältigen Bewegungsangeboten legen, haben wir einen Bewegungsraum geschaffen, der mit Turnmatten, Kletterwänden, Seilen und Hängematten ausgestattet ist.

Zusätzlich stehen einigen Gruppen ein Nebenraum zu Verfügung. Wir haben eine Leseecke, mit umfangreicher Bibliothek, mit Bilder und Fachbüchern.

Ein Hausaufgabenraum, eine Lernwerkstatt, ein Raum für Bewegung, Musik, Theater und ein Essraum stehen zur Verfügung. Der Essraum wird außer für die Mahlzeiten auch gerne als Versammlungsort, für Angebote und Dienstbesprechungen genutzt.

Da alle Räume unterschiedlich gestaltet sind und damit ihren jeweils anderen Reiz besitzen, besuchen sich die Kinder gerne in den anderen Gruppen. Das Recht der Kinder auf Materialien und Räume, die den Kindern entdeckendes Lernen ermöglichen, hat uns dazu gebracht, im Rahmen unserer Qualitätsentwicklung alle Räume zu überprüfen. Die Gruppenräume sind dahingehend verändert worden, dass die Kinder zum Thema Bauen und Konstruieren, bzw. Rollenspiel, ansprechende räumliche Gegebenheiten und Materialien vorfinden.

Die Räume und die Materialausstattung der Krippe sind konsequent der Erkenntnis geschuldet, dass Kinder in diesem Alter sehr intensiv über ihre Haut, ihren Gleichgewichtssinn, ihr Körperschema, ihren Muskeltonus, ihre Ohren, Nase und Augen wahrnehmen und die Welt entdecken (=lernen).

Was die Materialauswahl betrifft, arbeiten wir nach dem Prinzip „Weniger ist Mehr“. Zuviel Materialien stellen oft eine Überforderung für Kinder dar. Wichtig ist, dass bestimmte Materialien in großer Menge vorhanden sind, z.B. hunderte von Kastanien, mit denen Krippen- kinder im „Bällebad“ spielen können. Wenn die Kinder ihr Interesse an den Kastanien verlieren, wird ein anderes Material zur Verfügung gestellt, z.B. rote Bohnen.

Die äußeren Rahmenbedingungen der Räume sind so konzipiert, dass durch niedrige große Fensterfronten viel Licht in den Raum fällt und so auch ein Blick nach draußen für die Kinder gut möglich ist. Die Steinwände der Gruppen- räume sind überwiegend weiß angestrichen, eine Wand ist in der Farbe der Gruppe abgetönt. Durch Raumteiler und Regale sind die Räume in unterschiedliche Spielbereiche eingeteilt. Es wird sehr darauf geachtet, dass nur wenige Bilder und Dekoration das Raumbild erweitern. Vor allem aber, dass die Dekoration entweder zum aktuellen Thema passt oder zeitlos ist und die Funktion des Raumes unterstützt.

Ferner werden Spielmaterialen so reduziert und ausgetauscht, dass die Reize der Kinder nicht zu stark überflutet werden und somit immer wieder neue Spielanreize gefunden werden können. In jedem Raum findet man einen Geburtstagskalender mit Fotos der Gruppenmitglieder sowie einen Kalender und eine Wetterkarte. Ferner hat jede Gruppe eine gestaltete Mitte, die als Sitzmöglichkeiten für die gemeinsamen Runden zur Verfügung stehen.