Kindergarten in Hechthausen

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Arbeitsgestaltung

Die Situation von Kindern heute

Wir erleben, dass sich die Kindheit und die Struktur von Familien in unserer Gesellschaft stark verändert haben.

Aufgrund der veränderten sozialen Gegebenheiten (z. B. die wirtschaftliche Situation von Familien, Mehrfachbelastung von Frauen durch Beruf und Familie, lange Anfahrtswege zur Arbeit, alleinerziehende Eltern usw.) verbringen Kinder immer weniger Zeit mit bzw. bei ihren Eltern und immer mehr Zeit in der Kindertagesstätte. Häufig ergibt sich daraus, dass Eltern versuchen, ihren Kindern in der wenig verbleibenden Zeit umso mehr Entwicklungs-förderung zu bieten, und sie durch besonders starke Fürsorge und materielle Dinge zu ent-schädigen. Andere Eltern sind gefangen in ihren Lebenssituationen, haben z. B. keine Mög-lichkeit in eine aktive Arbeitswelt zu gelangen und resignieren an der Abhängigkeit vom Staat, fallen in eine soziale Armut ohne Werte und Zukunftsperspektive. Das breite Angebot an Technik, das in die Familien strömt, nimmt Eltern und Kindern die Möglichkeit zum gemeinsamen Spiel, zur Bewegung und zur Kommunikation. Ferner ist die Reizüberflutung für Kinder unerträglich. Sie verlieren den Bezug zur Realität, zur freien Bewegung und zum phantasievollen Spiel. Sprach- und Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten und eine Vielzahl von Ängsten sind die Folge.

Ganzheitliche, kindgemäße Formen des Lernens

In unserer Einrichtung haben wir uns für das „offenen Prinzip“ als Erziehungsgrundlage ent-schieden. So haben die Kinder die Möglichkeit, sich nach ihren Bedürfnissen selbst zu ent-scheiden, wie sie den Kindergartenalltag gestalten. Durch die Tagesstruktur und durch Kind gerechte Regeln geben wir ihnen ein Gerüst, das ihnen hilft, sich zu orientieren. Wir wissen, dass Kinder sich nur gesund entwickeln, wenn ihnen eine Form des Lernens ermöglicht wird, die nicht nur abstraktes „fertiges“ Wissen vermittelt, sondern möglichst viele Bereiche der kindlichen Persönlichkeit anspricht. Sie erlaubt ihnen, eigene unmittelbare Erfahrungen zu machen und diese für sich auszuwerten, um Verhaltensmuster fürs Leben zu lernen.

Das Tempo der Entwicklung bestimmen die Kinder überwiegend selbst. Die Erzieherin/ der Erzieher achtet durch gezielte Beobachtung darauf, wenn ein Kind bei seiner Entwicklung besondere Förderung und Hilfen benötigt und berät die Eltern bei der Suche nach Hilfsan-geboten.

Die kindgemäße Form des Lernens ist das Spiel. Hierbei steht nicht im Vordergrund, dass Kinder bestimmte Lernerfolge verzeichnen können, sondern es wird ihnen der Freiraum, die Zeit und die Möglichkeit, ihre vielfältigen Erfahrungen im Spiel zu machen, geboten, Eindrücke zu verarbeiten und Erlebnisse zu bewältigen.

Das Miteinander im Kindergartenalltag unterscheidet hierbei Freispiel, angeleitetes Spiel und gezielte Angebote. Alle drei Formen gehen im täglichen Miteinander ineinander über. Im Freispiel entscheidet das Kind selbst, was, mit wem und wie lange es mit einer Sache spielen möchte. Als Vorgabe gibt es hier die Gestaltung und die Regeln eines Raumes, die für ein ge-schütztes Miteinander notwendig sind. Beim angeleiteten Spiel und den Angeboten gibt die Erzieherin/ der Erzieher gezielt vor, was gespielt wird. Sie / er bestimmt im Einklang mit den Kindern die Regeln und sucht das Spiel aus. Geleitet wird er/ sie hierbei von ihren/ seinen Beobachtungen der Kinder, den Aussagen des Leitbildes und den Vorgaben durch den Nie-dersächsischen Orientierungsplan (NOP).

Wir fordern Kinder dazu auf, ihre Umwelt neugierig und selbständig zu erforschen, und sie mit allen Sinnen zu begreifen. Wir bieten ihnen die unterschiedlichsten Werkstoffe und Materialien an und ermutigen sie, phantasievoll und kreativ damit umzugehen. Dabei verzichten wir auf vorgegebene Muster, die nachgearbeitet werden, sondern lassen die Kinder selbständig probieren, um so die Feinmotorik zu fördern.

Durch vielfältige Möglichkeiten der Körperwahrnehmung und Sinnesschulung unterstützen wir die körperliche Entwicklung des Kindes und die Bildung eines gesunden Selbstvertrauens.
Beim Toben, Klettern, Plantschen und Matschen, aber auch in meditativen Übungen, wie Rhythmik-, Musik- und Sportangeboten erproben und erweitern Kinder ihre Geschicklichkeit und Ausdauer und erfahren ihre eigenen Grenzen.

In der Gemeinschaft der Gruppe und des gesamten Kindergartens üben sich die Kinder im sozialen Umgang mit anderen Menschen. Sie lernen ihre eigenen Gefühle, Wünsche und Be-dürfnisse wahrzunehmen und werden von uns darin unterstützt, eigene Ausdrucksformen zu finden. Sie erfahren, dass die Erzieherin/ der Erzieher sie hierbei ernst und wichtig nimmt. An diesem Vorbild lernen sie sich und auch andere Kinder und Erwachsene mit ihren Empfin-dungen und Rechten wahrzunehmen und im Umgang mit ihnen, Rücksicht, Kooperationsbe-reitschaft, Kompromissbereitschaft und Hilfsbereitschaft zu entwickeln.